Wiegand möchte das letzte Wort in der Pressekonferenz. „Sie haben das alles für uns getan. Wir danken ihnen von Herzen“, sagt er Vollmer, ähnlich leise [damit es die Heimopfer, die er eigentlich vertreten sollte aber offensichtlich nicht wollte oder durfte (?) nicht hören] wie sie. Ein Blumenstrauß als Zeichen.
http://www.domradio.de/aktuell/69956/leise-toene-und-lauter-krach.html
Ehemalige Heimkinder kritisieren Vorschlag für Entschädigung
Keine Einigung am Runden Tisch
...
Opferverein spricht von "billiger Abspeisung"
Der Verein ehemaliger Heimkinder hatte sich bereits im Vorfeld von den Ergebnissen distanziert. Die Vorsitzende Monika
Tschapek-Güntner kündigte eine Klage dagegen an. Im DeutschlandRadio Kultur sagte sie, die Stiftung sei eine "billige Abspeisung" und "Demütigung" der Betroffenen. Bei geschätzten 30.000
Anspruchsberechtigten bekomme der Einzelne von der geplanten Stiftung nur wenige tausend Euro, sagte Tschapek-Güntner. Es könne nicht sein, dass Menschen, die als Kind Misshandlungen, Folter und
sexuellen Missbrauch erlebt hätten, derart abgefertigt würden. Das Ergebnis sei eine "Farce". Sie beklagte zudem, die Zustimmung der Opfervertreter sei "erzwungen und erpresst" worden. Sie seien
vor die Wahl gestellt worden, entweder gebe es die in Aussicht gestellte Minimalentschädigung oder gar nichts.
"Es wurde bagatellisiert"
Der Verein fordert eine Einmalzahlung für die Betroffenen von 50.000 Euro oder eine zusätzliche monatliche Rente in Höhe
von 300 Euro. Außerdem müsse das Leid der Opfer endlich anerkannt werden. Beim Runden Tisch sei das nicht passiert. "Das wurde bagatellisiert", sagte Tschapek-Güntner.
Vollmer wies die Vorwürfe zurück: Im RBB-Inforadio sagte sie, der Verein ehemaliger Heimkinder habe keineswegs das
Mandat, für alle Opfer zu sprechen. "Soweit ich weiß, hat er wenige Mitglieder und ist in sich vielfach gespalten."
Diakonisches Werk lobt "konstruktive Arbeit"
Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland zog ein positives Fazit der fast zweijährigen Arbeit. "Der
Runde Tisch hat den Berichten betroffener Heimkinder breiten Raum gegeben. Diese Berichte waren erschütternd und beschämend", sagte Bischof Frank Otfried July, Vorsitzender des Diakonischen
Rates. "Wir bedauern zutiefst das Leid und Unrecht, das Kinder ... etc. (bekanntes Gestammel)
http://www.tageschau.de/inland/heimerziehung102.html
Runder Tisch Heimerziehung endet mit Eklat
Ehemalige Heimkinder bezeichnen Ergebnis als "Farce"
... Die Vorsitzende Monika Tschapek-Güntner kündigte eine Klage gegen die Ergebnisse an. Im DeutschlandRadio Kultur sagte
sie, die vom Runden Tisch empfohlene Stiftung mit einem Umfang von 120 Millionen Euro sei eine "billige Abspeisung" und "Demütigung" der Betroffenen. Bei geschätzten 30.000 Anspruchsberechtigten
bekomme der Einzelne von der geplanten Stiftung 2000 bis 3000 Euro, sagte Tschapek-Güntner. Es könne nicht sein, dass Menschen, die als Kind Misshandlungen, Folter und sexuellen Missbrauch erlebt
hätten, derart abgefertigt würden. Das Ergebnis sei eine "Farce".
"Es wurde bagatellisiert"
Der Verein fordert eine Einmalzahlung für die Betroffenen von 50.000 Euro oder eine zusätzliche monatliche Rente in Höhe
von 300 Euro. Außerdem müsse das Leid der Opfer endlich anerkannt werden. Beim Runden Tisch sei das nicht passiert. "Das wurde bagatellisiert", sagte Tschapek-Güntner.
http://www.tagesschau.de/inland/heimerziehung100.html
Heimkinder nennen Entschädigungen eine "Farce"
Sonntag, 12. Dezember 2010 03:03 - Von Uta Winkhaus
Die geplante Entschädigung ehemaliger Heimkinder ist bei Betroffenen auf scharfe Kritik gestoßen. Die Hürden seien viel zu hoch, Einzelfallprüfungen viel zu
kompliziert, erklärte der Verein ehemaliger Heimkinder am Sonnabend. "Das ist eine Farce", sagte die Vorsitzende Monika Tschapek-Güntner. "Wir werden den Kompromiss so nicht
mittragen."
Der Runde Tisch Heimerziehung hatte sich am Freitag nach fast zwei Jahren Beratung auf die Einrichtung einer mit 120 Millionen Euro ausgestatteten Bundesstiftung
zur Entschädigung früherer Heimkinder verständigt. Teilnehmer bestätigten entsprechende Zeitungsberichte, wollten sich aber noch nicht offiziell äußern.
Vertreter der Heimkinder hatten immer wieder kritisiert, dass ihre Interessen bei den Beratungen des Rundes Tisches nicht hinreichend berücksichtigt würden. Der
Verein ehemaliger Heimkinder forderte von Staat und Kirche - den Hauptträgern der etwa 6000 bis 7000 Heime in Deutschland - nicht nur Entschuldigungen, sondern auch unkomplizierte und schnelle
Entschädigungsregelungen.
Die jetzt geplanten Einzelfallprüfungen hält der Verein für nicht praktikabel. "Es wird nur ganz wenige geben, die ein solches Verfahren durchstehen
können", sagte Hans-Jürgen Overfeld, der frühere zweite Vorsitzende des Vereins. "Die anderen werden verzichten, weil sie nicht die Kraft dazu haben." Selbstverständlich gebe es keine rechtliche
Grundlage, um Entschädigungen einzufordern. "Aber es gibt eine moralische Verantwortung", sagte Overfeld.
"Wir werden den Kompromiss so nicht mittragen"
http://www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article1478448/Heimkinder-nennen-Entschaedigungen-eine-Farce.html
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:heimkinder-nennen-entschaedigungsmodell-eine-farce/50204675.html
Ehemalige Heimkinder im Griff der Institutionen
BERLIN. (hpd) Gestern, am Freitagnachmittag, ging die 10. und letzte Tagung des Runden Tisch Heimerziehung zu Ende und: "... man lag sich in den Armen". Ja,
wirklich und warum? frage ich mich. Weiter wird von Blumen und Sekt und einem einstimmigen Beschluss gesprochen. Die drei ehemaligen Heimkinder haben also wie bisher zugestimmt, ihre drei
anwesenden ständigen Vertreter hatten keine Stimmberechtigung, so ist das Procedere.
Ein Kommentar von Evelin Frerk
Ist das ein verwunderliches Ergebnis? Nein, höre ich nach Sitzungsschluss, es wurde unglaublicher Druck auf die drei ehemaligen Heimkinder Sonja Djurovic,
Eleonore Fleth, Dr. Hans-Siegfried Wiegand und deren ständige Vertreter Stefan Beuerle, Jürgen Beverförden, Rolf Breitfeld ausgeübt. Und der drang hinaus bis zu den Wartenden vor der
Sicherheitstür: Erst sorgte die Vorsitzende dafür, dass von den sich Sträubenden zumindest die festen Mitglieder den Saal betraten, später Marlene Rupprecht, Mitglied des Petitionsausschusses und
des Deutschen Bundestages, die bewegt und gestikulierend auf die vor der Saaltür sich beratende Gruppe der Ehemaligen Heimkinder einwirkte.
Der Endbericht steht nicht vor dem 13.12.2010, also der Pressekonferenz des Runden Tisches zur Verfügung. Die Betroffenen sollen ihn erst am Montag zur
Pressekonferenz erhalten. Sie haben damit keine Gelegenheit überhaupt zu prüfen, ob alle Änderungen aufgeführt sind, so Monika Tschapek-Günter, Vorsitzende des Vereins ehemaliger
Heimkinder.
http://hpd.de/node/10864
Heimkinder drohen mit Klage vor Menschenrechtsgerichtshof
12.12.10 | 15:39 Uhr Betroffene haben den Runden Tisch Heimerziehung als 'Farce' kritisiert und weitere juristische Auseinandersetzungen angedroht. 'Sollten
unsere Forderungen nicht erfüllt werden, gehen wir durch alle Gerichtsinstanzen in Deutschland und bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte', sagte die Vorsitzende des Vereins
ehemaliger Heimkinder,Tschapek-Güntner, der Nachrichtenagentur dapd.
http://www.ad-hoc-news.de/heimkinder-drohen-mit-klage-vor-menschenrechtsgerichtshof--/de/News/21778153
WDR: Runden Tischs Heimerziehung
Betroffene kritisieren Ergebnis des Runden Tischs
"Es ist geschachert worden"
Bis in die 70er Jahre hinein wurden hunderttausende Heimkinder gedemütigt, geschlagen und missbraucht. Jetzt sollen Bund, Länder und Kirchen 120 Millionen Euro
Entschädigung zahlen. Betroffene sprachen am Samstag (11.12.10) von einer Farce.
Monika Tschapek-Günter ist empört. "Als Verein ehemaliger Heimkinder werden wir uns mit dem Ergebnis des Runden Tisches Heimerziehung1 nicht einverstanden
erklären", sagte dessen Vorsitzende zu WDR.de. ... 120 Millionen heruntergerechnet, mache für jeden Betroffenen bestenfalls 4.000 Euro, rechnete Tschapek-Günter vor. "Dieser Kompromiss ist eine
Farce, wir werden ihn nicht mittragen", kündigte sie an. Die drei ehemaligen Heimkinder, die am Runden Tisch saßen, hätten "in einer Drucksituation mit abgestimmt". "Eigentlich müsste die
Summe viel höher sein", sagte Sonja Djurovic, Teilnehmerin des Runden Tisches, gegenüber WDR 5. Ursprünglich wollten sie und die beiden anderen ehemaligen Heimkinder den Runden Tisch aus Protest
verlassen und damit platzen lassen. "Dann wäre aber das Geld weg gewesen, das hätte keinem der Betroffenen genutzt." Die ehemaligen Heimkinder hätten zugestimmt - unter der Bedingung, dass der
Fonds nach oben offen bleibt, falls er eines Tages ausgeschöpft sein sollte.
Der Kampf gehe auch nach Ende des Runden Tisches weiter, meinte Djurovic. "Man kann jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und sagen: Das war's." Sie hofft jetzt
auf schnelle Hilfe für die Betroffenen. Der VeH seinerseits plant nun, rechtliche Schritte einzuleiten. Bedauerlich sei, dass wahrscheinlich viele Betroffene das Ende des juristischen Weges nicht
mehr miterleben würden, meinte Tschapek-Günter. Ihr Verein will seine Sicht ebenfalls am Montag auf einer Pressekonferenz erläutern.
Schwere Momente und positive Erfahrungen
Kritik äußerte die Vorsitzende des VeH auch am Runden Tisch Heimerziehung selbst. 17 Vertreter von Kirchen, Bund und Ländern hätten drei Betroffenen
gegenüber gesessen. Durch den Runden Tisch sei "die Diskussion aus der Öffentlichkeit hinausgenommen und hinter verschlossenen Türen" getragen worden. Die Mehrheit im Gremium sei darauf bedacht
gewesen, die in den Gutachten festgestellten Missstände klein zu reden. "Die 500.000 Euro und zwei Jahre Zeit, die der Runde Tisch gekosten haben, hätte man sich sparen können", sagte
Tschapek-Günter. Von Aufarbeitung könne man nicht reden: "Hier ist geschachert worden." "Es gab schwere Momente, aber auch positive Erfahrungen", meinte Djurovic zu ihrer Arbeit am
Runden Tisch. Allerdings habe sie immer das Gefühl gehabt, als Heimkind gesehen zu werden, der Austausch am Runden Tisch sei deshalb für sie nicht auf "Augenhöhe" erfolgt.
Vergangenheit aufarbeiten
http://www.wdr.de/themen/panorama/26/heimkinder_entschaedigung_2/101211.jhtml?stdComments=1#stdComments
http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/s/d/11.12.2010-06.05/b/ringen-um-entschaedigung-der-runde-tisch-heimerziehung.html
120 Millionen Euro für traumatisierte Heimkinder: Während die Betroffenen die Kirchen für ihr Verhalten loben, wächst die Kritik an Unions-geführten
Ländern: Sie sind in der Entschädigungsfrage unentschlossen.
Sie waren fest entschlossen zu gehen und alles platzen zu lassen, nach zwei Jahren Beratungen. Die Summe des Fonds, aus dem künftig ehemalige Heimkinder entschädigt werden sollen, erschien ihnen viel zu niedrig, die Hürden, um an Geld zu kommen, zu hoch, und der Abschlussbericht nannte
aus ihrer Sicht nicht so recht beim Namen, was den Kindern in den 50er und 60er Jahren in den Heimen widerfuhr; das Wort vom "System Heimerziehung", das sich noch im Zwischenbericht fand, fehlte
diesmal. "Wir kamen uns wieder einmal vor wie die Bettler", sagt Sonja Djurovic, eine der Vertreterinnen der Heimkinder. Also blieben sie draußen vor der Tür, und erst als Antje
Vollmer, die Moderatorin des "Runden Tisches Heimerziehung", ihnen ins Gewissen redete, sie dürften doch nicht am vorletzten Tag der Beratungen alles kaputt machen, da setzten sie sich
doch zu den anderen, zu den Vertretern des Bundes, der Länder, der Kirchen und der Wissenschaft. "Mit sehr gemischten Gefühlen", wie Sonja
Djurovic sagt, "aber es ist besser, ein bisschen zu erreichen, als gar nichts zu erreichen". Am Montag kann Antje Vollmer nun den einstimmig beschlossenen Abschlussbericht vor der
Bundespressekonferenz vorstellen. "Ein einstimmiger Bericht ist immer gut", sagt sie erleichtert am Ende der Beratungen in Berlin.
http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-zwei-jahren-verhandlungen-heimkinder-koennen-auf-entschaedigung-hoffen-1.1034971
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EA2A76F31D93C4121BEBBFEFA1052CD2A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Im Abschlussbericht halten nun sowohl die Länder als auch der Bund in Protokollnotizen fest, dass es sich lediglich um Empfehlungen handelt, die noch der Zustimmung
bedürfen.
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EA2A76F31D93C4121BEBBFEFA1052CD2A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Dem 80-seitigen Bericht ist eine Protokollnotiz der drei Heimkinder-Vertreter am Runden Tisch beigefügt, die eine Öffnungsklausel zur Aufstockung der Mittel
vorsieht, wenn sie vor Befriedigung aller Anträge ausgeschöpft sein sollten. Die Einigung am Runden Tisch war nach schwierigen und in der letzten Sitzung gelegentlich aufwühlenden Diskussionen
zustande gekommen. Die Vorsitzende Antje Vollmer, die den Bericht am Montag vorstellen wird, kommentierte das Ergebnis am Freitag zunächst nicht. Teilnehmer äußerten sich jedoch erleichtert und
positiv zum erreichten Ergebnis, darunter auch Vertreter der ehemaligen Heimkinder. Der Bericht enthält eine klare Unrechtsbeschreibung. Die Vorschläge zur Entschädigung müssen nun von den
politischen und kirchlichen Instanzen beschlossen und umgesetzt werden. Die beiden Kirchen haben dazu ihre Bereitschaft erklärt, schwierig wird die Umsetzung in einigen Bundesländern werden. Vor
allem Bayern und Hessen zeigten während der laufenden Verhandlungen am Runden Tisch wenig Bereitschaft zu Entschädigungsleistungen.
www.tagesspiegel.de/politik/entschaedigung-fuer-ehemalige-heimkinder/3604902.html
Nichts Genaues weiß man nicht, kommt aber wohl noch.
Unten die Links für die Nachrichten über die letzte Sitzung des Runden Tisches.
Es sieht nach Einhelligkeit aus. Doch was genau und wie, wird der Schlußbericht wohl auch nur ankündigen können.
Aber vielleicht beantwortet der Bericht doch folgende Fragen:
-
Wie steht es mit dem Rentenausgleich für Zwangsarbeit? Wer bekommt ihn? Wer zahlt ihn? In voller Höhe?
-
Wie steht es mit den Therapiekosten? Unter welchen Bedingungen werden sie erstattet? Wer zahlt?
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Und schließlich das Schmerzensgeld: Wie sind die Bedingungen? Einzelnachweis mit Retraumatisierungsrisiko? Pauschalregelung nach
Plausibilitätsnachweis? Werden auch die vorenthaltenen Bildungsmöglichkeiten berücksichtigt?
-
Was ist, wenn einer der Partner (Bund, Länder, Kirchen und ihre Einrichtungen) sich doch noch querlegt, wohl nicht generell, aber bei der Durchführung? Wer gibt
eine Ausfallgarantie?
-
Welche Gruppen sollen „entschädigt“ werden? Es gab, wie bekannt, nicht nur Erziehungsheime, sondern auch Behindertenheime, Säuglingsheime u.a.?
Es gab auch Heimopfer über den am Runden Tisch behandelten Zeitraum hinaus – davor und danach!
-
Werden die Heimopfer aus den DDR-Heimen vergleichbar „entschädigt“?
-
Und last, but not least: Gibt es Absichtserklärungen oder gar Pläne, wie das Retraumatisierungsrisiko der ehemaligen Heimkinder vermindert wird,
wenn wieder ein Heimaufenthalt bevorsteht – im Alten- und Pflegeheim?
Wer so lange getagt hat wie der Runde Tisch und dabei von außen so viele Anregungen erhalten hat, welche Probleme wie angegangen werden könnten/sollten, der
wird doch auch Antworten auf meine Fragen vorweisen können.
http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/12/10/nichts-genaues-weis-man-nicht-kommt-aber-wohl-noch/
Ehemalige Heimkinder sollen "unbürokratisch" entschädigt werden
linkMit einem einstimmigen Votum für den Abschlussbericht
ist in Berlin am Freitag der Runde Tisch Heimerziehung zu Ende gegangen. Das sagte der Referent der Geschäftsstelle des Runden Tischs, Holger Wendelin, der Nachrichtenagentur AFP. Am Donnerstag
hatte es Differenzen mit den Vertretern der ehemaligen Heimkinder gegeben. Diese hatten dem Abschlussbericht zunächst nicht ihr Votum geben wollen, wie einer ihrer Vertreter, Sonja Djurovic, zu
AFP sagte. Am Freitag hätten die Vertreter der Heimkinder dem Bericht jedoch "unter Vorbehalt" zugestimmt. Am Montag wollen Vertreter des Runden Tischs die Ergebnisse in Berlin vorstellen.
de.news.yahoo.com/2/20101210/tts-ehemalige-heimkinder-sollen-unbuerok-c1b2fc3.html
120 Millionen Euro für misshandelte frühere Heimkinder
Die beiden Kirchen sowie Caritas und Diakonie kündigten dem Bericht zufolge an, in die Stiftung einzuzahlen. Auch die Beteiligung des Bundes gelte als
wahrscheinlich. Über die Zusagen aus den Ländern dürfte erst im Jahr 2011 eine Entscheidung fallen. Die Stiftung soll früheren Heimkindern nach einer Einzelfallprüfung Therapien ermöglichen. Wenn
sie in den Heimen zur Arbeit gezwungen wurden, sollen sie für entgangene Rentenbeiträge entschädigt werden. Ehemalige Heimkinder könnten so zwischen 2000 und 4000 Euro erhalten.
Auch die Vertreter der Heimkinder stimmten dem Vorschlag zu. Sie hatten noch am Donnerstag gedroht, die Verhandlungen platzen zu lassen.
http://de.news.yahoo.com/2/20101210/tts-120-millionen-euro-fuer-misshandelte-c1b2fc3.html
Am Freitag hätten die Vertreter der Heimkinder dem Bericht jedoch "unter Vorbehalt" zugestimmt, sagte Sonja Djurovic, eine der Betroffenen. Am Montag sollen die
Ergebnisse in Berlin vorstellen.
Am Runden Tisch beteiligten sich Betroffene, Heimträger, Wissenschaftler, Verbände sowie Vertreter von Bund, Ländern und Kirchen.
Streitpunkt war die Entschädigung der ehemaligen Heimkinder. Die Leiterin des Runden Tischs, die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne), hatte
eine Stiftung zur Entschädigung vorgeschlagen, die einen Fonds verwalten soll.
Die Stiftung soll früheren Heimkindern nach einer Einzelfallprüfung Therapien ermöglichen.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,734053,00.html
Hartes Ringen am Runden Tisch – Zig Millionen Euro für Hilfe- und Entschädigungsfonds?
Ehemalige Heimkinder kämpfen
Berlin. Opfer der umstrittenen Heimerziehung in den 1950er- und 1960er-Jahren können offensichtlich nicht auf generelle Entschädigungen hoffen. Fonds, aus denen auf
Antrag Hilfe geleistet werden soll, könnten aber mit einer hohen Millionensumme ausgestattet werden. Diese Lösung zeichnete sich gestern Abend am Runden Tisch Heimerziehung in Berlin ab.
Die Abschlusssitzung des Gremiums, die heute
fortgesetzt wird, war anfangs von starken Spannungen begleitet. Sprecher der ehemaligen Heimkinder verteilten ein zweiseitiges Positionspapier, in dem sie davor warnten, die Hoffnungen der Opfer
zu enttäuschen. Zugleich kritisierten sie den Entwurf des Abschlussberichts. Er enthalte „völlig unangemessene Lösungsvorschläge“. So werde die „Zerstörung von Lern- und Bildungschancen“ nicht
ausreichend berücksichtigt. Auch beziehe sich die Definition von Folgeschäden der Heimerziehung nur auf aktuell erkennbare
Spätfolgen. Nicht berücksichtigt werde, „dass viele Opfer die Folgen der Schädigungen, die sie erlitten haben, unter großen Anstrengungen in ihrem weiteren Leben einigermaßen gehandhabt haben“.
All diese Menschen sollten offensichtlich bei der Anerkennung zu entschädigender Folgeschäden ausgegrenzt werden.
Scharf wandten sich die ehemaligen Heimkinder auch dagegen, die Opfer sexuellen Missbrauchs in Fürsorge- und Waisenheimen an den von der Bundesregierung
eingerichteten zweiten Runden Tisch „Sexuelle Gewalt“ zu verweisen. „Eine Aufspaltung der Opfer der Heimerziehung nach
unterschiedlichen Gewalterfahrungen lehnen wir ab.“
Zudem wurde verlangt, „unabhängige Stützpunkte“ für Ex-Heimkinder einzurichten. Nicht Vertreter der einstigen Heimträger, sondern Fachleute müssten über
Hilfeanträge entscheiden. Heimträger waren vor allem die katholische und die evangelische Kirche.
Vertreter der Kirchen waren es nach Angaben von Teilnehmern dann auch, die nach Vorlage des Positionspapiers die Wogen zu glätten versuchten. Sie warnten, die Gespräche scheitern zu lassen, und betonten, der Bundestag, der den Runden Tisch eingesetzt
hatte, benötige eine Beschlussvorlage.
Bund und Länder haben öffentlich bisher keine Zusagen für die geplanten Hilfefonds gemacht. Die Kirchen wollen zahlen, sofern Bund und Länder mitziehen. Genaue
Summen wurden gestern nicht bekannt. Doch war vorab von über 100 Millionen Euro die Rede gewesen.
http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/49770442/ehemalige-heimkinder-kaempfen
Gedemütigt, damals und heute
10.12.2010, 07:00 2010-12-10 07:00:00
Ein Kommentar von Matthias Drobinski
Schläge und Erniedrigungen waren jahrzehntelang in deutschen Kinderheimen an der Tagesordnung. Ein runder Tisch will die Misshandlung aufklären. Doch die
praktischen Vorschläge zur Entschädigung der Opfer sind beschämend.
Man muss ihre Geschichten hören, um zu verstehen, was die Kinder von einst so wütend macht. Warum sie so harsch und laut sind, die Heimkinder der fünfziger und sechziger Jahre.
Verständlicher Zorn
Ja, man kann den Zorn der Heimkinder verstehen, das Gefühl, wieder einmal gedemütigt worden zu sein, zurückgesetzt auch hinter jene Kinder, die an Eliteschulen
Opfer sexueller Gewalt wurden, um die sich nun ein anderer runder Tisch kümmert, besetzt mit zwei Ministerinnen, gut ausgestattet mit Zuarbeitern.
Dabei geht es bei beiden runden Tischen um mehr als nur um späte Gerechtigkeit für die Opfer. Es geht - vor allem bei den Heimkindern - um die Glaubwürdigkeit des
deutschen Rechtsstaates: Wie lässt sich Unrecht sühnen, das in einem staatlich beaufsichtigten Raum geschah - ohne dass dieser
Rechtsstaat ein Instrumentarium für diese späte Sühne hat?
Formal sind die Bundesländer ja im Recht, wenn sie kein Geld zahlen wollen. Es gab eine Heimaufsicht, da gingen keine Beschwerden ein. Körperliche und sexuelle
Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sind zehn Jahre, in schweren Fällen zwanzig Jahre nach der Volljährigkeit des Opfers verjährt.
Und kann der Staat, können die Träger der Heime rechtlich für eine falsche Pädagogik verantwortlich gemacht werden, die in den fünfziger und sechziger Jahren
verbreitet war? ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/misshandelte-heimkinder-gedemuetigt-damals-und-heute-1.1034534
Radio-Interwiew mit Sonja Djurovic, Opfervertreterin "Runder Tisch Heimerziehung"
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/09/dlf_20101209_0650_1c2ed484.mp3
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