Artikel Mai 2010

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Heimkinder fordern Entschädigung
21. Mai 2010 |Eckernförder Zeitung|

Als Gründungsmitglied des Vereins ehemaliger Heimkinder will der Eckernförder Künstler Eckhard Kowalke (Mitte) nach vielen Worten nun Taten folgen lassen. Ziele sind finanzielle Entschädigung und unabhängige Ansprechpartner für jetzige Heimkinder. ...

Ob es der linke Duft im Zimmer 139 oder das angenehme Aroma der warmen Speisen von nebenan gewesen war, der die anderen geladenen Fraktionen von der Diskussionsrunde fernhielt: Die Heimkinder waren über das geringe Interesse der Politik enttäuscht. Nach monatelangen Debatten an Runden Tischen sei es nun Zeit, Taten folgen zu lassen, betonte der Eckernförder Eckhard Kowalke, der selbst einst als Heimkind misshandelt worden war. Ziel des in Eckernförde beheimateten Vereins "Ehemalige Heimkinder in Schleswig-Holstein" ist es, mit juristischer Unterstützung finanzielle Entschädigung zu erkämpfen. Kowalke: "Die Zeit des Redens ist vorbei. Wir wollen die Rehabilitierung auf dem Bankkonto sehen." Jahrelang hatten viele Heimkinder in staatlichen oder kirchlichen Fürsorgeeinrichtungen unbezahlte Zwangsarbeit verrichten müssen.

www.veh-mediencenter.de/news.php?nid=13

 

Früheres Heimkind klagt gegen Kirche
Wolfgang Focke aus Lügde fordert Schmerzensgeld von der Kirche.
»In den vier Heimen, in denen ich aufgewachsen bin, ist mir nahezu jede Bildung verweigert worden. Außerdem wurde ich misshandelt«, sagt Wolfgang Focke.
... Der Kläger ist heute 63 Jahre alt, die Taten sollen zwischen 1959 und 1964 geschehen sein. »Deshalb könnte sich das Landeskirchenamt auf den Standpunkt zurückziehen, dass alles verjährt ist«, sagt Wolfgang Focke. Er hoffe aber, dass die Kirche das nicht tun werde: »Schließlich haben die beiden großen Kirchen in den vergangenen Wochen immer wieder beteuert, sie wollten sich ihrer Verantwortung stellen.«

http://www.westfalen-blatt.de/start.php?id=38570&artikel=reg
Bericht 14. 11. 2007:
Die grausamen Einzelheiten wird Wolfgang Focke wohl nie vergessen können. "Es geschah immer am Duschtag", sagt er. Den habe der Heimleiter mit Vorliebe genutzt, um den damals 13-Jährigen zu "bestrafen". Erst habe der Mann so lange an dem Penis des Jungen herumgemacht, bis sich bei dem Heranwachsenden etwas rührte, um ihm anschließend im Duschraum den nackten Hintern zu versohlen. Dabei war Wolfgang Focke nicht alleine unter der Dusche, wenn der Heimleiter ihn misshandelte. "Wir waren immer 15 bis 20 Jungs", erinnert er sich. Doch alle hatten Angst. "Keiner konnten etwas sagen, alles wurde mit Prügeln bestraft."
Das Treiben des Heimleiters jedoch war im Waschraum bei weitem noch nicht abgeschlossen. Eine halbe bis eine Stunde nach den Übergriffen unter der Dusche wurde Wolfgang Focke regelmäßig in das Büro des Chefs zitiert. "Dort musste ich mich auf den Schoß des Mannes setzen", sagt er. Dann folgte immer die gleiche Prozedur: Erst befingerte der Mann das Hinterteil des Jungen, dann belohnte er ihn mit einem Stück Schokolade. Wohl, um sich von seinem schlechten Gewissen zu befreien, mutmaßt das Opfer heute.

http://www.derwesten.de/staedte/ennepetal/Es-geschah-immer-am-Duschtag-id2081377.html
dazu:
Kommentar Christian Althoff:
Der richtige Weg
Niemand, der heute im Landeskirchenamt Bielefeld arbeitet, trägt die juristische Verantwortung für das, was Wolfgang Focke vor Jahrzehnten nach eigener Schilderung erlebt hat: Prügel, Missbrauch, die Verweigerung von Bildung – und das alles in kirchlich geführten Kinderheimen.
Eine moralische Verantwortung hat die Kirche aber dennoch – auch nach so vielen Jahren. Sie sollte sich nicht einfach auf den juristisch einwandfreien Standort zurückziehen, die zivilrechtlichen Ansprüche des Opfers seien ja verjährt. Denn damit verriete die Kirche zugleich zwischenmenschliche Werte, die sie für viele Menschen noch immer repräsentiert. Zugegeben: Einem früheren Heimkind Schmerzensgeld zu zahlen könnte eine Lawine auslösen, deren Wucht niemand einzuschätzen vermag. Deshalb ist es sinnvoll, wenn das Landgericht Bielefeld jetzt eine Mediation vorschlägt. Denn bei dieser Form der Streitschlichtung bleibt das Ergebnis im Detail vertraulich. Kirche und Kläger hätten sich verständigt, aber niemand könnte sich darauf berufen. Ein weiser Weg!

http://www.westfalen-blatt.de/nachrichten/regional/owl.php?id=38570&artikel=1

"Sie wollen über Missbrauch reden und schließen uns aus"
Sabbenhausen. Eigentlich könnte Wolfgang Focke froh sein über die Wellen, die das Thema Missbrauch seit Monaten schlägt. Denn auch der in Sabbenhausen lebende 63-Jährige ist ein Opfer und kämpft seit Jahren um Wiedergutmachung für ehemalige Heimkinder, die in ihrer Kindheit und Jugend unter dem Deckmantel von „Zucht und Ordnung“ missbraucht und zu unentgeltlicher Arbeit gezwungen wurden.
 Doch er wird das Gefühl nicht los, als „Mensch zweiter Klasse“ behandelt zu werden. Denn auf seine Anträge zur Teilnahme an dem von gleich drei Bundesministerinnen einberufenen Runden Tisch zum Thema „Missbrauch“ in Berlin hat der Rentner keine Antwort erhalten, die ihn befriedigen könnte. Zwar avisierte ihm ein Referatsleiter des Familienministeriums, dass er seinen Antrag einer Unterarbeitsgruppe der Runde zur Prüfung vorlegen werde. Denn diese Gruppe plane Anhörungen Betroffener. Doch das reicht Focke nicht. Denn am Runden Tisch sitzen keine Opfer. Und der einstige Zögling fragt: „Was bringt es, wenn sie über Missbrauch reden wollen und uns von vornherein ausschließen.“
 Zudem ärgert ihn, dass sein Brief an Christine Bergmann, die von der Bundesregierung installierte „Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs“, noch unbeantwortet blieb. „Und die für Mai angekündigte Opfer-Hotline haben sie auch noch nicht geschaltet.“
 Da bittet die Sprecherin der Beauftragten um Verständnis: „Wir beantworten jedes Schreiben“, sagt Friederike Beck. „Aber wir haben eine große Flut von Zuschriften bekommen, die wir der Reihe nach abarbeiten.“ Und die Hotline stehe Ende der Woche. Weil man mit einem solide aufgestellten Team antreten und „kein Callcenter“ installieren wollte, habe es etwas gedauert.

http://www.dewezet.de/portal/lokales/aktuell-vor-ort/bad-pyrmont_Sie-wollen-ueber-Missbrauch-reden-und-schliessen-uns-aus-_arid,242701.html

25.05.10
Resolution zu Missbrauch - Caritas zieht zurück
Im Grund waren sich alle einig: "Wir sind zutiefst bestürzt über die schrecklichen Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen sowie Kindesmisshandlungen, begangen durch Vertrauenspersonen unter dem Dach von Kirchen, Schulen oder Kinderbetreuungseinrichtungen", heißt es im Entwurf zu einer Resolution, der der Frankfurter Rundschau vorliegt. Um die Verurteilung sexueller Übergriffe jeglicher Art geht es in dem Papier; darum, dass betroffene Institutionen für eine rasche und rückhaltlose Aufklärung zu sorgen haben und überführte Täter nicht mehr in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden sollen.
Unterzeichnen sollten das Papier die Träger der Jugendhilfe, Träger stationärer Betreuungseinrichtungen sowie die Kirchen im Main-Taunus-Kreis. Der CDU-Kreisbeigeordnete und Jugenddezernent Michael Cyriax hatte dazu alle an einen Tisch geholt - "um ein kraftvolles Zeichen in der Öffentlichkeit zu setzen", wie er sagt. Gemeinsam war der eineinhalb Seiten lange Text ausgearbeitet worden. Doch dann machte die Caritas Frankfurt einen Rückzieher.

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2680456_Resolution-zu-Missbrauch-Caritas-zieht-zurueck.html

23. Mai 2010, 15:52


Küng: "Homosexuelle Netzwerke" in der Kirche
Berlin/Sankt Pölten - In Priesterseminaren und Teilen des katholischen Klerus gibt es nach Einschätzung des St. Pöltner Diözesanbischofs Klaus Küng "homosexuelle Netzwerke". Solche Netzwerke könnten ein Kloster oder eine Diözese sogar existenziell bedrohen, sagte Küng der deutschen katholischen Tageszeitung "Tagespost". Es bilde sich nämlich eine Atmosphäre, "die ganz bestimmte Personen anzieht, andere dagegen abstößt zum großen Schaden der Seelsorge", so Küng, der sich in dem Interview auch klar zum Zölibat bekannte.
http://derstandard.at/1271377296217/St-Poeltner-Dioezesanbischof-Kueng-Homosexuelle-Netzwerke-in-der-Kirche

15. Mai 2010, 11:12
Neuer Vorwurf gegen Bischof Fischer
"profil": Feldkircher Diözesanbischof soll 1970 Schüler geschlagen haben - Fischer: "Aufklärung dringend notwendig"
Feldkirch - Das Nachrichtenmagazin "profil" erhebt in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe neue Vorwürfe gegen den Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer. Als Religionslehrer soll er 1970 einen sich "provozierend verhaltenden" 16-jährigen Schüler am Gymnasium Dornbirn mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, so "profil". Fischer versicherte in einer ersten Stellungnahme, an der Aufklärung der Vorhaltungen mitzuwirken.

http://derstandard.at/1271376734091/Neuer-Vorwurf-gegen-Bischof-Fischer

11. Mai 2010, 19:05
Papst "Wirklich erschreckend"
Hunderte Meldungen von Missbrauch in Österreich
Wien/Lissabon - Papst Benedikt XVI. hat die europaweiten Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche erneut scharf verurteilt. Die Missbrauchsfälle seien innerhalb der Kirche entstanden, nicht außerhalb, erklärte er am Dienstag auf dem Flug nach Portugal. Er setze sich für eine tiefgreifende Säuberung und Buße innerhalb der Kirche ein, es müsse auch Gerechtigkeit und Verzeihen geben. Die Kirche habe schon immer unter inneren Problemen gelitten, was man aber heute sehe, sei "wirklich erschreckend".

http://derstandard.at/1271376483797/Papst-Wirklich-erschreckend

 

22.05.2010
Zahlte der Schulleiter seinen Opfern Schweigegeld?
Ein Ex-Schüler der Odenwaldschule belastet den früheren Schulleiter Gerold Becker. Er soll auch Drogenkonsum geduldet haben, um Missbrauch zu verschleiern.
Berlin - Der Schüler Oliver Kreidl war 14 Jahre alt, als er plötzlich sehr viel Geld hatte. 200 Mark schenkte ihm sein Schulleiter, es war Anfang der 80er Jahre. „Ohne erkennbaren Anlass“, sagt Kreidl. An seinen Noten jedenfalls konnte es nicht gelegen haben. „Die waren mies.“ Der Schulleiter hieß Gerold Becker, der Schüler Kreidl war noch nicht lange an der berühmten Odenwaldschule (OSO) im hessischen Ober-Hambach. Becker hat jahrelang Schüler sexuell missbraucht, auch seinetwegen hat die OSO heute ein gewaltiges Imageproblem. Und der Fall Kreidl löst die Frage aus: War die unbestrittene Fürsorge von Becker für bestimmte Schüler mehr als eine nette Geste?

http://www.tagesspiegel.de/politik/zahlte-der-schulleiter-seinen-opfern-schweigegeld/1843468.html

 

Erziehungsheim Waldheimat, Werther bei Bielefeld

Man wurde hart bestraft wenn man während der Nacht den Topf für Stuhlgang benutzt hatte. Danach gemeinsame Morgenandacht mit anderen Gruppen, gehalten von der Hausmutter in einer kleinen so genannten Kapelle.
Man wurde aufgerufen um Bibelverse aufzusagen die man abends vorher im Zimmer lernen musste.
Die schlimmste Bestrafung war der Karzer, genannt Butze, ein winziger Verschlag auf dem Boden, ohne Bettzeug, totale Isolation von der Gruppe über
Tage, meistens nach einem Versuch wegzulaufen
Die Anstaltskleidung bestand aus grauem Kleid, Schürze und Pantoffeln.
Unsere Monatsbinden mussten wir selber stricken aus dicker Baumwolle und unsere Nummer einnähen. Man bekam 8 Stück pro Monat, die dann anschließend gewaschen wurden in der Waschküche um sie dann zurück zu bekommen. Ich habe sie immer wieder während meines Aufenthaltes benutzen müssen.
Es gab weder Schulunterricht, Ausbildung oder ärztliche Untersuchungen.
Einmal, zu Beginn meines Aufenthaltes musste ich zum Arzt zur Untersuchung ob ich noch Jungfrau war.
Ständig wurde uns eingeschärft
...

http://www.emak.org/Heimkinder/Dieterich.pdf

 

19. Mai 2010

Missbrauch: Ministerin dringt auf Entschädigung
Berlin - Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dringt weiter auf die Anzeige jeden Verdachts auf sexuellen Missbrauch bei der Staatsanwaltschaft. "Keine Institution hat das Recht, sich an die Stelle der Judikative zu setzen", sagte sie am Dienstag in Berlin. Zugleich mahnte sie Institutionen, bei denen auch lange zurückliegende Missbrauchsfälle jetzt bekannt werden, auch konkret finanziell "etwas zu leisten".
"Am Ende muss auch die Frage einer gewissen finanziellen Anerkennung stehen", so die Ministerin. Diese müsse zuallererst von den beteiligten Institutionen kommen,dann aber auch vom Staat. KNA

http://www.welt.de/die-welt/politik/article7693113/Missbrauch-Ministerin-dringt-auf-Entschaedigung.html

21.05.2010
Gefangen im Netz der Vergangenheit
Unrecht ist geschehen. Doch wie lässt sich Gerechtigkeit nach Missbrauch in der katholischen Kirche herstellen? Erwartungen von Opfern und Amtskirche gehen weit auseinander. Das zeigt der Fall Günther S.
Der Tag begann gut, das Wetter ist schön, die Fahrt im alten Cherokee-Jeep verlief ohne Störung. Und doch ist bei Günther S. (Name von der Redaktion geändert) das Unbehagen geblieben. Zusammen mit seinem ehemaligen Schulfreund war er von Bischof Gebhard Fürst zu einem Gespräch nach Rottenburg eingeladen. Günther und sein Freund sind Leidensgenossen. Ihre Kindheit haben sie in verschiedenen kirchlichen Heimen verbracht, die Jugend auch. Beide wurden sie von einem ehemaligen Rektor traktiert, beide von einem Pfarrer begrapscht und betatscht. Günther S. ist das Erlebte bis heute peinlich. Dass ihn der sonst so sympathische Pfarrer im Ferienhaus an die Genitalien fasste, seinen Körper an ihn presste, ihm Pornohefte mit homosexuellen Darstellungen zeigte, all das würde er am liebsten ganz aus seinem Gedächtnis streichen. "Ich schämte mich so sehr." ...
Günther S. sieht die schöne Parkanlage noch vor sich, das prächtige Foyer und das bischöfliche Arbeitszimmer mit dem großen Kreuz. Auf dem Tisch stehen frischer Kaffee und süße Stückchen. Der Auftakt ist freundlich. Doch die Einladung, die auch Günther S. als "schönes Zeichen" verstanden hat, endet in tiefer Frustration. Vielleicht ist das Misstrauen der ehemaligen Heimkinder zu groß, vielleicht sind die Blickwinkel von Missbrauchten und Bischof zu unterschiedlich. Für Günther S. bleibt ein fahler Nachgeschmack: "Wollte man uns nur aushorchen?"
http://
www.swp.de/gaildorf/nachrichten/politik/art4306,491060

 

siehe auch:

Dierk Schaefers Blog

»Der Kirche muss es weh tun«

Veröffentlicht in Kirche, Theologie, heimkinder von dierkschaefer am 21. Mai 2010

»„Wer zahlt, anerkennt seine Schuld“, sagt Günther S. Deshalb sei für ihn eine Entschädigung so wichtig. »Der Kirche muss es weh tun«.

Die Südwestpresse berichtet heute unter dem Titel Gefangen im Netz der Vergangenheit von einem Gespräch zweier ehemaliger Heimkinder mit Gebhard Fürst, dem Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Die »Erwartungen von Opfern und Amtskirche gehen weit auseinander. Das zeigt der Fall Günther S.«

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/art4306,491060 [Freitag, 21. Mai 2010]

Offenbar war das Gespräch mit dem „Fürstbischof“, wie er gelegentlich humorvoll genannt wird, für die beiden Heimkinder unbefriedigend.

Wir erinnern uns: Vor wenigen Wochen hatte Bischof Gebhard gesagt, die Kirche müsse ein liturgisches Zeichen setzen.

Das sehe ich auch so. ...

dierkschaefer.wordpress.com/2010/05/21/»der-kirche-muss-es-weh-tun«/

 

 

Gelungene „FrOhe PrOzessiOn“
MÜNCHEN. (hpd) Durch den Rand des Münchener Zentrums zog am Donnerstag eine Prozession teilweise entsprechend kostümierter Teilnehmer. Überraschte und interessierte Passanten ließen sich berichten, worum es ging: Informationen zu den Forderungen der ehemaligen Heimkinder und der Trennung von Kirche und Staat.
Die Ansicht, dass ganz München fest in der Hand der Kirchen und der Teilnehmer des Zweiten Ökumenischen Kirchentages sei, wurde gestern partiell widerlegt. Vor dem Hauptgebäude der Münchener Universität an der Leopoldstraße waren rund 250 TeilnehmerInnen dem Aufruf des Vereins ehemaliger Heimkinder und des Bund für Geistesfreiheit gefolgt.
Unter der Beobachtung von Polizei und Staatsschutz formierte sich schließlich ein bunter Prozessionszug, der von den ehemaligen Heimkindern mit ihren Transparenten angeführt wurde und seinen optischen Höhepunkt in der drei Meter großen „Prügelnonne Schwester Candida“ und der Monstranz eines „Peniskreuzes“ hatte. Die Leopoldstraße entlang, am Haus der Kunst vorbei, an der Staatskanzlei entlang, ging es schließlich am Isartorplatz vorbei bis zum Gärtnerplatz.
http://hpd.de/node/9510
Filme:
http://www.youtube.com/watch?v=mr1q3oCcASE
http://www.youtube.com/watch?v=gKV-RD1tR5E&feature=relatedhttp://www.youtube.com/watch?v=ApwmRKozdHQ&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=gKV-RD1tR5E&feature=related

17.05.10 Statt Ruhigstellung gab es Schmerzen
Heimleiter und zwei Bedienstete stehen vor Gericht
MÜNCHEN - Wegen Misshandlung von zahlreichen psychisch Kranken in einem Pflegeheim in Oberbayern stehen der Heimleiter und zwei Bedienstete vor Gericht.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio vor, über mehrere Jahre hinweg systematisch Bewohner der Einrichtung für psychisch Schwerstauffällige durch Schläge, körperliche Attacken und Drohungen gequält zu haben.
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1226940&kat=27&man=3

Glückstadt
Misshandlung in Erziehungs-Heim: Akten ausgewertet
Drei Jahre nach Bekanntwerden der Misshandlungsfälle im Landesfürsorgeheim Glückstadt in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren hat der Koblenzer Pädagoge Christian Schrapper die Heimakten abschließend ausgewertet. Er kommt zu dem Schluss, dass in dem Heim systematisch die Menschenwürde verletzt wurde - vor allem durch die Unterbringung der Jugendlichen in Einzelhaft.
"Einzelhaft" als Strafprinzip
Mehr als 8.000 Aktenseiten werteten Schrapper und seine Mitarbeiter in den vergangenen drei Jahren aus. Das Ergebnis: Als Bestrafung für Arbeitsverweigerung wurden Jugendliche in Glückstadt regelmäßig getrennt von den anderen eingesperrt. Schrapper spricht deshalb auch von Zwangsarbeit. Besonders erschreckend ist seiner Meinung nach, dass Politiker das Heim zwar immer wieder besichtigten und dessen Schließung forderten, es jedoch bis 1974 weiterbetrieben wurde.

Mixa wollte mit Schlägen den "Satan austreiben"
Der Sonderermittler berichtet von Schlägen mit Faust, Stock und Gürtel. So wollte Mixa angeblich unartigen Kindern prügelnd den Satan "austreiben".
Knott schreibt von "schweren körperlichen Züchtigungen mit dem Einsatz von Gegenständen, der Dunkelkammer und verbalen Demütigungen seitens des Pfarrers Mixa“ in den 1970er Jahren. Die Tätlichkeiten erfüllten den Tatbestand der Körperverletzung, schweren Körperverletzung und der Misshandlung Schutzbefohlener.
Acht ehemalige Heimkinder aus dem Kinderheim St. Josef berichteten von Prügeln durch den heute 69-jährigen Geistlichen, zum Teil zusammen mit Ordensschwestern. Einige seien während der Gespräche in Tränen ausgebrochen.
http://www.welt.de/vermischtes/article7627705/Mixa-wollte-mit-Schlaegen-den-Satan-austreiben.html

13.04.2010
Kirche Die Verliese des Vatikan
Ausreden helfen nicht mehr: Wie der Papst die Aufklärung von Missbrauch verhindert hat. Ein Gastbeitrag des politischen Philosophen und Publizisten Paolo Flores d’Arcais.
Jahrzehntelang wurden Tausende pädophiler Priester gedeckt, nicht den Strafverfolgungsbehörden gemeldet, es wurde ihnen damit eine Straffreiheit verschafft, die es ihnen möglich machte, den Missbrauch von zigtausenden (manchmal behinderten) Kindern und Jugendlichen fortzusetzen. Dafür sind Joseph Ratzinger und Karol Wojtyla unmittelbar verantwortlich. Ob ihre Verantwortung moralischer oder juristischer Natur ist, werden in Kürze amerikanische Gerichte klären. Die moralische Verantwortung ergibt sich jedenfalls aus Dokumenten, die der „Osservatore Romano“, das amtliche Organ des Heiligen Stuhls, vor einigen Tagen erneut veröffentlicht hat.
Dabei geht es keineswegs um einzelne Fälle von Vertuschung auch im Umfeld der Kirchen-„Justiz“, die inzwischen erwiesen sind und über die vor allem die amerikanischen und deutschen Medien berichtet haben. Es geht um die Verantwortung beider Päpste für sämtliche Fälle von Missbrauch innerhalb der Kirche, die nicht der staatlichen Justiz angezeigt wurden. Entscheidend ist folgender Punkt: Der Pontifex und der Kardinalpräfekt der Glaubenskongregation verpflichteten bindend alle Bischöfe, Priester und ihr Hilfspersonal, im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche nichts an die Behörden durchsickern zu lassen.
Zugegeben haben sie das selber. Der „Osservatore Romano“ hat Johannes Pauls II. Apostolisches Schreiben („Motu proprio“) nachgedruckt, das „dem Apostolischen Gerichtshof der Kongregation ... Verstöße gegen die Moral“ vorbehält, also „den Verstoß gegen das sechste Gebot, soweit es ein Kleriker mit einem unter 18-Jährigen begeht“. Ebenfalls abgedruckt wurde die „Instruktion“, die Ausführungsbestimmungen der Glaubenskongregation, die unmissverständlich vorschreiben: „Immer, wenn der zuständige Bischof oder Vorgesetzte von einem zumindest wahrscheinlichen, vertraulich zu behandelnden Delikt erfährt, soll er dies nach einer Voruntersuchung der Glaubenskongregation melden.“
Alle „notitiae criminis“ fließen folglich an der Spitze der Hierarchie zusammen. Papst und Präfekt sind insofern über alles informiert, mehr noch: Sie sind die einzigen, die alles wissen – und sie allein sind es auch, die das erste und letzte Wort über die weiteren Schritte haben. Die Höchststrafe, die praktisch nie verhängt wurde, ist die Rückversetzung des Klerikers in den Laienstand. Normalerweise beschränkte man sich darauf, ihn von einer Pfarrei in die nächste zu schieben. Wo er natürlich sein kriminelles Tun fortsetzte. Eine rein kanonische „Strafe“ also. An die Strafverfolgungsbehörden hingegen darf keine Anzeige gehen: „Fälle dieser Art unterliegen dem päpstlichen Geheimnis.“ Was heißt das?
Erklärt wird das in einem vatikanischen Dokument vom März 1974, einer „Instruktion“, die der damalige Kardinalstaatssekretär Jean Villot auf Weisung von Papst Paul VI. herausgab: „In einigen Angelegenheiten von größerer Bedeutung wird eine besondere Geheimhaltung verlangt, das päpstliche Geheimnis, das streng gewahrt werden muss… Das päpstliche Geheimnis betrifft…“ und nun folgt eine Fülle von Fällen, darunter sexueller Missbrauch. Noch interessanter ist die sorgfältige Auflistung jener, „die verpflichtet sind, das päpstliche Geheimnis zu wahren“: „Die Kardinäle, die Bischöfe, höhere Würdenträger, höhere und niedrigere Angestellte, Berater, Sachverständige, Personal geringeren Ranges, die Legaten des Heiligen Stuhls und deren Mitarbeiter“ und so weiter.
Mit anderen Worten: ausnahmslos alle. Der „Schmutz“, wie Papst Benedikt es nannte, sollte unter den „Geheimnissen des Vatikans“ bleiben und unerreichbar für die allzu weltliche Neugier von Polizei und Staatsanwälten.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/die-verliese-des-vatikan/1788982.html

18. Mai 2010
Fünf neue Missbrauchsfälle in hannoverscher Landeskirche
In zwei Fällen richten sich die Vorwürfe gegen einen ehemaligen Lehrer des Internats der Paul-Gerhardt-Schule im südniedersächsischen Dassel, ...
In drei Fällen sollen sich in verschiedenen Kirchengemeinden im westlichen Niedersachsen zwei Pastoren und ein Diakon an einem Jungen und an zwei Mädchen sexuell vergangen haben, so Oberlandeskirchenrat Rainer Mainusch. Der jüngste Vorfall habe sich im Jahr 1984 ereignet, die beiden anderen seien älter.
Die Opfer, die heute zwischen 25 und 50 Jahre alt seien, hätten sich im Zuge der Missbrauchsdiskussion bei der Landeskirche gemeldet.
http://www.evangelisch.de/themen/religion/f%C3%BCnf-neue-missbrauchsf%C3%A4lle-in-hannoverscher-landeskirche18029

5.04.2010, 11:44 Entschädigung
EKD plant Wiedergutmachung für Heimkinder

Wie der amtierende EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider am Donnerstag mitteilte, ist die Evangelische Kirche offen für Entschädigungszahlungen an traumatisierte Heimkinder. Die Kirchen seien zu Offenheit verpflichtet, auch um seelische Wunden wieder gutzumachen. ...
Dass die Kirchen dafür heute in Haftung genommen würden, sei richtig, sagte Schneider. Schließlich hätten die Kirchen die Heime damals mitgetragen. Als Problem bezeichnete er, dass es für materielle Entschädigungen momentan keine rechtliche Grundlage gebe. Am Runden Tisch „muss man sehen, wie man da miteinander weiterkommt“.
Es gehe aber auch um seelische Wiedergutmachung, betonte Schneider. Die Kirchen seien in der Pflicht, die Dinge offen beim Namen zu nennen. „Ich glaube, viel Heilung geschieht einfach dadurch, dass man das Leid der Menschen anerkennt, dass man es nicht verdrängt oder schön redet.“ Die Kirchen seien auch bereit, therapeutische Hilfen zur Verfügung zu stellen.
http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/entschaedigung-ekd-plant-wiedergutmachung-fuer-heimkinder_aid_498791.html












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